Wo sind all die Helden hin?
Wo sind sie geblieben?
Wo ist Achilles, wo Herkules? Wo verbirgt sich Leonidas heute? Wo sind die Helden, die für ihre Überzeugung sterben würden? Waren die damaligen Helden Extremisten? Wo sind die Menschen, die ihre Moralvorstellung bis aufs Messer verteidigt haben? Wo sind die, die noch Werte wie Treue, Respekt, Anerkennung, Loyalität und Ehre geschätzt und gelebt haben? Was zählt die Familie heute noch in unserer Kultur? Gibt es in einer Gesellschaft zwischen Hartz 4 und Managerprämien noch echte Helden?
Kann es bei einer Jugend, die mit MP3-Playern durch das Leben geht, Koma-Saufen als Extremsport praktiziert und vom großen Geld träumt überhaupt Helden geben?
Kann es denn im “erwachseneren Alter” mit dem Streben nach Geld, Erfolg, Macht, Reichtum, Wohlstand, Karriere und materiellen Vorzügen noch Helden geben?
Wer kümmert sich um die oben genannten Werte in einer Gesellschaft, wo man mit Anfang 50 keinen Job mehr findet wegen zu hohem Alter und zu hoher Krankheitsanfälligkeit trotz ausreichender Qualifikationen?
Würde die über die niedrige Rente meckernde und an ihrer Zahl permanent wachsenden Seniorengeneration überhaupt in der Lage sein, noch Helden zu produzieren?
All diesen Fragen steht doch nur eine Aussage gegenüber: Es fehlt die Zeit für Helden. Unglaubwürdig? Sicher? Dann ein kleines Beispiel: Vor kurzem wurde ein Terroranschlag auf ein Flugzeug in Detroit verhindert. Zeitungen titeln “Die Helden von …”. Doch was genau bewegt jemanden dazu, einen solchen Anschlag verhindern zu wollen? Die Angst davor, das eigene Leben zu verlieren. Denn: Zündet die Bombe, geht man drauf. Versucht man zu verhindern, dass die Bombe zündet, kann man drauf gehen. Verhindert man das Zünden der Bombe, sichert man sein eigenes Leben. Die Logik gebietet da schon, zu handeln, denn die Erfolgsaussichten sind wesentlich besser als die Erfolgsaussichten, wenn man nicht handelt. Der Nebeneffekt ist, dass man das Leben anderer ebenfalls rettet. Doch, ob man es nun alleine verhindert oder mit anderen, gemeinsam ist doch der Gedanke ans EIGENE Überleben. Dies ist Motivation genug. Eher unwahrscheinlich, dass jemand in erster Linie daran gedacht hat, dass er das Leben von Wildfremden damit ebenfalls schützt.
Somit sind diese Helden beim Versuch ihren Hintern zu retten, mehr oder weniger unfreiwillig zu Helden geworden.
Nun, wo sind all die Helden hin? Sie sind beschäftigt mit sich selbst, es fehlt Ihnen an Zeit.