… lautete die seltsame (und mir bis dato unbekannte) Aussage einer guten Freundin von mir namens Laura. Wie es zu dieser Aussage kam? Ist an sich eine lange Geschichte, jedoch schnell erzählt. Ich kenne Sie seit ca. 4 Jahren und hab schon in der frühen Kennenlernphase viel mit ihr über Beziehungen und deren Probleme geredet. Wir lernten uns auch recht schnell gut kennen, haben uns öfter getroffen zum Quatschen und auch gern was dabei getrunken. Eines Abends, wir kannten uns vielleicht gerade mal ein halbes Jahr, sagte sie zu mir, dass sie beispielsweise mit mir nie ins Bett gehen würde, da ich einfach nur ein guter Kumpel sei. Wir waren gerade bei dem Thema, auf welchen Typ Kerl sie so steht. Und da kam mit dieser Aussage der sanfte Schlag ins Gesicht. Klar, als Kerl hört man das nunmal nicht gerne, selbst wenn man gar nicht diese Intention hatte. Dennoch… von vornehin zu wissen, dass man keine Chance hat ist definitiv nicht das, was man hören will. Lieber hört man gar nix darüber als eine negative Aussage. Denn ein bißchen Flirten unter Freunden gegensätzlichen Geschlechts hat immer einen gewissen Reiz, selbst, wenn da nie „was gehen“ wird. Andererseits … irgendwo hat mich diese Aussage motiviert, ihr das Gegenteil zu beweisen, nur wusste ich nicht, wie das gehen soll. Und ich hab nie eine Idee dazu gehabt und hab auch nicht wirklich daraufhin gearbeitet. Lag wohl auch daran, dass ich, als wir uns kennenlernten noch glücklich mit Cora zusammen war. Mittlerweile eben: WAR. Und so kam es, dass wir mal wieder in meinem Lieblingsclub waren und gemeinsam was getrunken haben … was von Stunde zu Stunde eben mehr wurde. Wir rückten näher, das Gespräch wurde intensiver und intimer … und so kam es, dass sie mir gestand, dass sie mich schon immer mal küssen wollte. Und auch ich musste ihr gestehen, dass ich schon öfter daran gedacht hatte. Und, so seltsam das auch klingt, es war wie eine Verabredung dazu, sich mal zu küssen. Fanden wir beide schon irgendwie seltsam und mussten über diese Situation lachen. Dennoch kam der erste Kuss sehr überraschend. Wir waren mit Freunden dort (, die schon seltsam schauten … ) und wollten nicht vor denen rumknutschen. Letztendlich trafen wir uns auf dem Weg zum Klo, einer kam, einer ging und sie hat mich einfach so geküsst. Obwohl wir noch kurz davor darüber sprachen, kam es sehr überraschend, jedoch hab ich es mit Genugtuung genossen. Als unsere Freunde nach und nach gingen und irgendwann alle weg waren, wurden wir auch offener und suchten keine stille Ecke mehr. Nachdem dann der letzte Drink alle war sind wir heimgegangen zu ihr, da ich ihr ja versprach, Sie nach hause zu bringen. Und da kam eben wieder dieser mysteriöse Satz, welcher mich fast den ganzen Heimweg begleitete: ich werde nicht mit dir schlafen. Und an sich ging es nie darum. Es war nie direkter oder konkreter Punkt unserer Konversation. Wir sprachen lediglich übers Küssen, nicht jedoch über Sex. Dennoch über die Hälfte des (langen) Heimweges sprach Sie davon, eben nicht mit mir ins Bett zu gehen. Irgendwann hab ich ihr dann klargemacht, dass das gar nicht mein Ziel ist. Dann wars auch gut mit dem Thema.
Letztendlich kam eben doch alles anders wie geplant bzw. erwartet. Als wir bei ihr waren ging alles doch recht schnell … es kam zur Suche nach dem Kondom und dem *ich-werde-es-nicht-tun*-Akt. Das Grinsen konnte ich mir nicht verkneifen. Gut, dass wir vorher klare Grenzen gesetzt haben und gesagt haben, dass dies keinerlei Einfluss auf unsere Freundschaft hat. Ob es auch so bleibt und dies seine Richtigkeit behält, werden wir sehen …
Warum auch immer, aber für mich als Kerl hatte es einfach seinen Kick. Ich bin den kompletten nächsten Tag mit verdammt guter Laune trotz des schlechten Novemberwetters herumgelaufen und hab mein Grinsen nicht aus dem Gesicht bekommen. Es war, wenn auch der eigentliche Sex im Hintergrund stand, ein Kick für das eigene Ego. Eben genau dadurch, dass sie schon vor Jahren gesagt hat, dass es dazu nicht kommen wird… und Sie selbst das Gegenteil bewiesen hat. Der Tag also war voller Euphorie … oder, wie andere sagen würden: voller Testosteron.
Der Folgetag jedoch … war gegenteilig. Ein halbwegs schlechtes Gewissen Cora gegenüber trotz des beschlossenen undefinierten Status (nicht zusammen, nicht getrennt), was jedoch erfolgreich ausgeredet wurde, immernoch tristes Wetter, jedoch innerlich eine Leere, die davor auch schon da war. Neu jedoch war, dass ich Laura wieder sehen wollte. Ich wollte wissen, wie es ihr geht und ob zwischen uns wirklich noch alles so ist wie es davor war. Weil mittlerweile glaube ich nicht, dass alles so bleibt, wie davor. Im Gegenteil, irgendwo erhoffe ich eine Wiederholung eines solchen Abends, auch wenn es vielleicht nie wieder stattfinden wird. Und ich war und bin mir selber nicht mehr sicher, ob da nicht doch mehr ist und mein Herz vielleicht doch mehr für Sie übrig hat, als ich mir eingestehen will. Sollte dem so sein, wird es vermutlich nicht einfach. Und die bisherige Freundschaft lässt sich so auch nicht aufrecht erhalten.
Eigentlich wollte Sie dieses Wochenende vorbeikommen, jedoch hat Sie es um eine Woche verschoben. Mal sehen, ob ich nach dem nächsten Wochenende Neues berichten kann. Soweit, sogut. Nun geh ich schlafen …